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„Bei der Geburtstagsfeier meiner Mutter in Tiraspol tanzt mein Vater glücklich mit ihr im Arm. In Deutschland habe ich meine Eltern noch nie tanzen sehen.“
Im Rahmen unseres Artist Talks spricht Serghei Duve mit Karen Fromm über sein fotografisches Projekt светлая память / Helle Erinnerung. Die fotografische Serie ist eine Auseinandersetzung mit Transnistrien, einer politisch komplexen Region zwischen Vergangenheit und Gegenwart, die Duve seit seiner Kindheit regelmäßig besucht. Dort leben seine Großmutter und weitere Familienmitglieder. Die Bilder zeigen den heutigen Zustand eines Ortes, der von Melancholie, gesellschaftlichen Spannungen und der spürbaren Nähe zu Russland und der daraus folgenden Migration geprägt ist.
Die Serie beschreibt ein Gefühl, das sich mit dem russischen Ausdruck светлая память – übersetzt Helle Erinnerung – fassen lässt. Die Redewendung wird im Russischen häufig als Beileidsbekundung verwendet und steht für die schönen Erinnerungen, die ein Mensch hinterlässt. In Duves Arbeit wird dieser Ausdruck zu einer Metapher für persönliche und kollektive Erinnerung sowie für das ambivalente Verhältnis von Verlust und Zugehörigkeit. Seine Fotografien bewegen sich zwischen Nostalgie und Gegenwart und erzählen von einem Alltag, der zugleich von schönen Erinnerungen und schmerzhaften Gefühlen geprägt ist.
Meldet euch gleich an – wir freuen uns darauf, euch im Auditorium der Deichtorhallen begrüßen zu dürfen.